Wirtschaft ignoriert Kunden mit Behinderungen

Gestern erreicht mich eine Pressemitteilung des AbI mit der Bitte um Verbreitung. Der Bitte komme ich nach - nachfolgend der Originaltext:

Ein Jahr AbI-Meldestelle für Webbarrieren – Bilanz und Ausblick

Seit einem Jahr können sich Menschen mit Behinderungen, die im Internet auf unüberwindbare Hindernisse stoßen, an die AbI-Meldestelle für Webbarrieren wenden. Sie wurde vom Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik (AbI) eingerichtet, damit die Betroffenen eine kompetente Anlaufstelle haben, wenn sie nicht weiterkommen. Zahlreiche Betroffene haben den bisher in Deutschland einzigartigen Melde-Service genutzt.

Menschen mit Behinderungen haben schon seit langem das Internet für sich entdeckt, um schnell und bequem Informationen und Dienstleistungen zu nutzen. Allerdings ignoriert die Internetwirtschaft diese Entwicklung bisher. Nur wenige Portale sind uneingeschränkt barrierefrei. Viele Betroffene haben der AbI-Meldestelle etwa große Probleme bei der Nutzung von Onlineshops gemeldet. „Die Wirtschaft ignoriert Menschen mit Behinderungen. Sie sind vielfach vom Konsum nützlicher Alltagsprodukte oder Dienstleistungen im Internet ausgeschlossen. Unternehmen lassen sich gleichzeitig das Geschäft mit dieser Kundengruppe entgehen. Das ist schwer nachvollziehbar“, so AbI-Projektleiter Prof. Christian Bühler.

Um die Barrierefreiheit des kommerziellen Internets voranzutreiben, nimmt das AbI-Projekt Gespräche mit einem der weltgrößten Lebensmittelkonzerne auf. Das Unternehmen will seine deutsche Internetpräsentation im Hinblick auf Barrierefreiheit prüfen und verbessern. Mehr für Surfer mit Handicap will auch einer der größten deutschen Dienstleister tun und hat angekündigt, die noch bestehenden Barrieren auf seinem Online-Portal zügig zu beseitigen. Schon bald soll der komplette Auftritt an die Anforderungen der Barrierefreien Informationstechnik-Verordnung (BITV), die bisher nur für Bundesbehörden verbindlich ist, angepasst werden. Den Anstoß für die Gespräche gaben die Meldungen von Surfern mit Handicap - Barrieren melden lohnt sich also!

Kontakt:
AbI-Meldestelle für Webbarieren c/o BAG SELBSTHILFE e.V.
Kirchfeldstraße 149
40215 Düsseldorf
Telefon (02 11) 3 10 06-38
E-Mail webbarrieren@wob11.de
www.webbarrieren.wob11.de

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1 Kommentar bis jetzt

  1. Verena Do, 13.12.2007 21:42

    Gerade Menschen mit Behinderungen sind oftmals an ihre Wohnung gebunden und nicht so flexibel. Da bietet das Internet eine unendliche Zahl an Möglichkeiten, als Kunde und Nutzer im Internet aktiv seinen (all-)täglichen Bedürfnissen nachzukommen. Man macht jedoch leider oft die Erfahrung, dass Internetseiten voller Barrieren sind, auch für Nicht-Behinderte. Wie ist das Surfen dann erst zu bewerkstelligen mit einem Handicap?! Jetzt in der Weihnachtszeit finden ja alle möglichen Charity-Veranstaltungen zugunsten Kranker, Behninderter… statt, man soll spenden und Gutes tun. Da kommt der AbI-Ausblick ja zur rechten Zeit, um an die großen Unternehmen zu appellieren, Behinderte nicht auszugrenzen, sondern ihnen zu zeigen, dass (gerade) sie ernstzunehmende Nutzer des Internets sind.

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